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Mi

02

Jul

2014

How to safe a life

Zellspende ist Lebensspende. Mit diesem Spruch wirbt die DKMS. die Deutsche Knochenmark Spende, die sich für die Bekämpfung von Blutkrebs einsetzt.

Im folgenden Beitrag würde ich euch gerne über meine Erfahrungen berichten, davor gibt’s aber erst mal zwei Dinge klar zu stellen:

 

  1. Ja, ich weiß, dass das wenig mit dem AuPair- Thema in engerer Hinsicht zu tun hat. Ich finde trotzdem, dass es keinen besseren Platz für diese Geschichte gibt als genau hier. Das Thema Krebs, hier speziell Blutkrebs, geht jeden etwas an. Es kann jeden treffen und jeder Betroffene wünscht sich nichts sehnlicher, als geheilt werden zu können. Und deshalb finde ich es wichtig, dass man so viele Leute wie möglich auf das Thema aufmerksam macht. Und wie sollte das besser gehen als über social networking oder einen Blog?

 

  1. Nein, ich will mich hier nicht mit der folgenden Geschichte brüsten oder mich gar als Heldin oder so was darstellen. Mein Ziel ist – wie schon bei 1. erwähnt – einzig und alleine andere Menschen darauf aufmerksam zu machen, weil ich eben bei meinem eigenen Freundeskreis und vor allem bei mir selber gemerkt habe, wie wichtig es ist, Aufklärungsarbeit zu leisten,

 

 

 

Wie alles begann

 

Sicher kennen viele von euch den TV-Spot von der DKMS mit dem kleinen, süßes Jungen, der uns mit seiner rührenden Geschichte davon überzeugen möchte, wie einfach es doch ist, den Blutkrebs zu bekämpfen – mit unserer Hilfe. Und sicher haben sich die meisten von euch davon genau so wenig beeindrucken lassen wie ich.

Ich habe mich mit dem Thema erst auseinander gesetzt, als es Dom in unserer tollen Kakaotalk-Gruppe davon erzählte und fragte, wer da denn so alles angemeldet ist.

 

Hm naja, angucken schadet ja nicht, habe ich mir gedacht und prompt mal gegoogeld. Die Infos auf der Internetseite sind auch alle sehr übersichtlich, man macht einen kleinen schnellen Kurztest über Alter, Größe und Gewicht und bekommt dann direkt gesagt, ob man grob-theoretisch als Spender in Frage kommt.

Weils ja nichts bringt, wenn nur ich mit dem Weltverbessern beginne, habe ich gleich auch noch meine Mutter rekrutiert (mein Vater ist leider schon zu alt) und wir haben uns zusammen online angemeldet.

Zwei Tage später waren auch schon unsere Wattestäbchen da – 2 pro Person. Damit ein Mal kurz durch den Mund gewischt, in den Umschlag gepackt und zurückgeschickt. So weit, so unkompliziert.

 

Zwei Monate später nehme ich einen Anruf entgegen und freue mich erst mal, dass tatsächlich jemand wegen mir anruft. Passiert ja in SMS/ Whats App – Zeiten eher seltener :D 

Auf jeden Fall war eine nette junge Frau am Apparat und erzählt mir, dass ich als passender Spender für einen (oder eine?) Blutkrebspatienten (/in) in Frage komme. Ich war erst mal sprachlos. Sie auch, nachdem sie sieht, dass ich erst seit zwei Monaten registriert bin. Schicksal nennt man so was glaube ich.

Noch mal einen Tag später bekam ich meine erste große Post. Darin enthalten ein Medizinischer Fragebogen (ja liebe AuPairs, genau wie bei uns, nur etwas viel mehr), Infobroschüren und ein  Set für meinen Hausarzt.

 

Denn nach der Lektüre der Infobroschüren rief ich meinerseits nun bei der DKMS an und die machten einen Termin bei meinem Hausarzt für mich. Dieses Schema könnt ihr euch schon mal merken: man muss sich um so gut wie nix selbst kümmern!

Die Infobroschüre erklärt einen viel über die Verfahren, die zur Gewinnung von Stammzellen vorgenommen werden.

Entweder durch eine Art Blutdialyse mit einem Schlauch pro Arm oder per OP aus den Beckenknochen. Und man kann jederzeit sagen, dass man doch für keins von beiden oder nur für eine der beiden Methoden bereit ist. Mir ists egal, ich sehe in beiden kein Problem.

 

Also ab zum Arzt, Blut abgeholt bekomme und an die DKMS schicken.

Und warten.

4 (oder 5? Ist soo lange schon her^^) Wochen vergehen, bis ich meine Ergebnisse erfahre: ich passe tatsächlich zu dem Patienten!

Noch ein Mal werde ich gefragt, ob ich echt zur Spende bereit bin. Und noch mal ist meine Antwort ganz klar: JA!

Also bekomme ich kurzerhand Zugtickets und Hotelnächte in Köln gebucht, denn dort finden Voruntersuchung und eigentliche Entnahme statt. Ich komme um eine OP drum herum und spende via Dialyse.

 

Zum ersten Mal bin ich vom 9.-10.6. in Köln. Ich reise alleine, das liegt aber nicht dran, dass die DKMS mir keine Begleitperson bezahlt hätte, sondern daran, dass meine Mutter und ich beide beschlossen haben, wir müssen das mal üben.

Schließlich muss ich in den USA auch ohne meine Mami überleben können und meine Mami mit dem Gedanken, dass sie mich nicht immer und überall betüteln kann, wenns mal schwierig wird.

Außerdem muss ich mir ja eh um nichts sorgen machen – für die Taxifahrt bis zum Hotel und Verpflegung zahle ich schließlich nichts, das bekomme ich alles zurück erstattet.

Am nächsten morgen werde ich elektronisch geweckt – muss man auch mal gehabt haben, so einen Weckruf.

In der Klinik angekommen, war ich erst mal überrascht, dass dort doch so viele andere waren. Weiß auch nicht so genau, warum mich das überrascht hat.

Zur Voruntersuchung gehörte dann noch Mal Blutabnahme, ein EKG, routinemäßige Reflexuntersuchung, Messung meiner Milz-Größe und noch mal ein medizinischer Fragebogen. Derselbe eigentlich – nur falls sich was geändert hätte. Nach alles in allem ca 1 Stunde ist man dann auch wieder fertig und begibt sich mit vollgeladener Tasche wieder in den Zug Richtung zu Hause.

 

Warum vollpackte Tasche? Weil diese Dialyse-Methode den „Nachteil“ hat, dass man sich selbst spritzen muss. Und zwar 4 ½ Tage zwei Mal am Tag.

Wenn man keine Angst vor Spritzen hat (und wenn man so weit gekommen ist, hat man die wohl eher nicht :D), ist das aber auch kein Problem!

Ein paar kleine Nebenwirkungen treten schon auf, man kann sie schnell zusammenfassend als „Grippesymptome“ beschreiben. Da man aber zusätzlich zu den Spritzen auch jede menge Paracetamol eingepackt bekommt, ist das auch halb so schlimm. Ich hatte währenddessen (am Samstagabend meinen Abiball und das war auch überhaupt kein Problem! J

 

Vom 30.6.-1.7. gings dann also ein zweites Mal nach Köln, diesmal mit Mama.

Nach einer kurzen Nacht im Hotel wegen Deutschlandspiel und Spritze morgens um 5.30 war dann der Tag endlich da: Es ging ab in die Klinik und zur Spende.

 

Die ganze Prozedere ist eigentlich ziemlich langweilig und schnell erklärt:

Man liegt auf einer gemütlichen Liege und bekommt in jedem Arm einen Zugang gelegt – ähnlich wie beim Blutspenden – wobei der eine Arm sich nicht bewegen darf, dort fließt das Blut raus. Man bekommt hier nur einen Gummiball in die Hand, mit dem man zusätzlich pumpen muss. Der andere Arm, in den das Blut zurück fließt, ist da beweglicher: Man kann mit dem Handy spielen, mit einem Ereader lesen etc.  Ich lag mit noch zwei weiteren Menschen im Zimmer und zusammen haben wir uns entschieden die zwei „Despicable me“- Filme zu gucken. Das lief über kabellose Kopfhörer, wenn man also keine Lust drauf hat, dann guckt mans nicht mit.

Schlafen geht dabei allerdings nicht, da mit dem Gummiball die ganze Zeit mehr oder weniger weiter gepumpt werden muss.

Zu Ende war bei mir alles nach ca 5 Stunden. Aber nur, weil meine Venen schlecht sind und deshalb die Geschwindigkeit bei mir runter gedreht wurde. Bei den anderen waren es ca 1 Stunde weniger.

 

Um 13 Uhr war ich also fertig, bin noch kurz dort geblieben um zu sehen, dass es mir auch nach 30min noch gut geht und dann mit Mutter ein bisschen Köln ansehen. Im Endeffekt haben wir dann am Reinufer geschlafen :D Um 15 Uhr kam dann der Anruf, dass ich nicht noch einen Tag dort bleiben muss. Das kann passieren, wenn nicht genug Zellen gesammelt werden können, es wiederholt sich einfach alles noch mal am nächsten Tag und ist auch nichts schlimmes! J

Für mich gings dann aber noch gestern nach Haus und jetzt freue ich mich drauf, bald endlich Kontakt mit „meinem“ Patientin oder „meiner“ Patientin aufzunehmen und hoffe, dass die Spende wirklich erfolgreich war!!

 

Der Artikel ist jetzt doch länger geworden, als geplant. Ich hoffe allerdings, dass einige bis hier her durchgehalten haben und ich einige von euch inspirieren oder die Angst nehmen konnte.

Denn nichts an der Spende ist schlimm und ich würde es auf jeden Fall wieder tun und wer weiß – vielleicht tue ich das eines Tages auch, wenn ich wieder passender Spender bin.

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